Projekt Gesundheitliche Folgen von Gewalt
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Das Projekt Gesundheitliche Folgen von Gewalt, eine Kooperation des Frauengesundheitszentrums und der Steiermärkischen Krankenanstalten-ges.m.H., schult KrankenhausmitarbeiterInnen, Folgen von Gewalt zu erkennen und betroffene Frauen gezielt zu unterstützen.
Jede fünfte Frau in Österreich ist laut Studien ein Opfer von Gewalt. Das bedeutet allein über 120.000 Frauen in der Steiermark. „Die Täter sind zu 90 Prozent männlich und ist meist kein Unbekannter sondern der Ehemann, ein Freund oder Verwandter“, weiß Projektleiterin Christine Hirtl vom Frauengesund-heitszentrum. Eskaliert die Situation und es kommt zu einer Trennung oder Scheidung, steigt für Frauen das Risiko getötet zu werden um das Fünffache.
Von Gewalt betroffene Frauen brauchen medizinische Behandlung. 75 Prozent suchen sie in Krankenhäusern und bei niedergelassenen ÄrztInnen. Im Zuge des Projektes Gesundheitliche Folgen
von Gewalt werden MitarbeiterInnen von fünf steirischen KAGes-Krankenanstalten geschult, Frauen
gezielt zu unterstützen. Das Grazer Frauengesundheitszentrum kooperiert dabei mit der KAGes. Das Projekt wird aus den Mitteln des Fonds Gesundes Österreich gefördert und findet im Rahmen der Europaratskampagne Stop domestic violence against women statt.
Gesundheitliche Folgen von Gewalt haben viele Gesichter und sind nicht immer leicht erkennbar.
Viele Frauen verschweigen aus Scham- oder Schuldgefühlen die Ursache ihrer Verletzungen. Sie erleiden durch Gewalt akute Verletzungen wie Prellungen, Brüche, Verletzungen nach einer Vergewaltigung und Schocks. Gewalt kann aber auch lang anhaltende oder chronische Folgen haben, etwa Rücken- und Bauchschmerzen oder Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt. Gewalterfahrungen belastet außerdem die Seele und hinterlassen als Spuren Depressionen, Angstzustände, Schlaf- und Essprobleme bis zum Selbstmordversuch als letzten Ausweg. Das Gesundheitswesen hat eine besondere Rolle als erste Anlaufstelle. Wird die Situation im Krankenhaus erkannt, kann weitere Gewalt verhindert werden.
Gewalt hat Akut- und Langzeitfolgen auf die seelische und körperliche Gesundheit der betroffenen Frauen. Sie treten in vielerlei Gestalt auf und werden oft unterschätzt oder gar nicht erkannt.
Im Rahmen des Projektes Gesundheitliche Folgen von Gewalt werden ÄrztInnen, KrankenpflegerInnen, Hebammen, PsychologInnen und SozialarbeiterInnen von fünf KAGes-Krankenanstalten sensibilisiert, Folgen von Gewalt zu erkennen und geschult, betroffene Frauen gezielt zu unterstützen.
| Projektstart | Oktober 2007 |
| Projektdauer | ein Jahr |
| Projektleitung | Mag. Christine Hirtl, Frauengesundheitszentrum |
| KooperationspartnerInnen |
Frauengesundheitszentrum, KAGes-Krankenanstaltenges.m.b.H. |
| Finanzierung |
Fonds Gesundes Österreich, KAGes-Krankenanstaltenges.m.b.H., Frauengesundheitszentrum |
| Teilnehmende KAGes- Krankenanstalten |
Deutschlandsberg, Univ.-Klinikum Graz, Graz- West, Leoben, Rottenmann |
| Ziele |
von Gewalt betroffene Frauen werden in KAGes-Krankenanstalten gezielt versorgt und weiterverwiesen eine große Öffentlichkeit wird auf das Thema gesundheitliche Folgen von Gewalt aufmerksam gemacht |
Programm
In einem ersten Schritt werden acht Mitarbeiterinnen der KAGes ausgebildet, sowie acht Mitarbeiterinnen von Organisationen, die gegen Gewalt arbeiten. Sie erhalten eine zweitägige Train the Trainer-Schulung für den Krankenhausbereich.
In gemischten Teams halten diese Trainerinnen vierzehn zweitägige Fortbildungen für sechzehn SpitalsmitarbeiterInnen der oben genannten KAGes-Krankenanstalten ab. Weiters finden zahlreiche
Informationsveranstaltungen, Kurzvorträge und Kooperationsgespräche statt. Wichtiger Teil des Projektes ist die breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit. Sie umfasst unter anderem eine Pressekonferenz, Pressemitteilungen am Anfang, zu Kursbeginn und am Ende des Projektes sowie die Bewerbung der
Informationsveranstaltungen.
Frauen sind selbst die Expertinnen für sich und ihre Gesundheit.
Das Frauengesundheitszentrum® unterstützt sie. Es informiert, berät, bietet Hilfe zur Selbsthilfe und Möglichkeiten zum Austausch. Im Verein Frauengesundheitszentrum arbeiten seit 1993 Fachfrauen auf Grundlage internationaler wissenschaftlicher Erkenntnisse und ihrer Erfahrung aus der täglichen Praxis. Ihre Sicht auf Gesundheit ist ganzheitlich. Ob wir uns gesund fühlen, hängt davon ab, wie wir leben, lieben und arbeiten.
Das Frauengesundheitszentrum bietet …
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