REM-Station feierte zehnten Geburtstag
Rottenmann, am 28. Oktober 2008 -
LKH-Rottenmann-Modell begründet österreichweite Erfolgsstory
1998 startete das LKH Rottenmann ein vielbeachtetes Pilotprojekt in Österreichs Spitalwesen. Mit der Inbetriebnahme der Remobilisationsstation an der Internen Abteilung wurde das Ziel verfolgt, unmittelbar im Anschluss an die Akutbehandlung den Patienten ihre „Mobilität“ wiederzugeben. Vor allem für ältere PatientInnen (Schlaganfälle, Multiple Sklerose, Parkinson, rheumatische Erkrankungen, Arthrosen, Osteoporose, Nachbehandlung bei Knochenbrüchen, Altersdepression, leichte Demenz, bestimmte internistische Erkrankungen) ist die rasche Wiederherstellung ihrer Selbständigkeit und die Eingliederung ins tägliche Leben ungemein wichtig.
Für den KAGes-Vorstandsvorsitzenden DI Dr. Werner Leodolter haben die Rottenmanner einen zukunftsträchtigen Weg beschritten: „Mit der Form der Hilfe zur Selbsthilfe konnte trotz des allgemeinen Trends zur Bettenreduktion und zur verkürzten Verweildauer für eine bestimmte Patientengruppe ein wichtiges spitalsintegriertes Nachbetreuungsangebot geschaffen werden.“
Das Pilotprojekt hat sich bewährt. Rund 4000 PatientInnen wurden in den letzten zehn Jahren ‑ dank des hohen Engagements des Teams um Prim. Dr. Anton Hartweger und DGKS Helene Stöger – mit großem Erfolg behandelt. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt derzeit 19 Tage. Die Akutgeriatrie/Remobilisationsstation im LKH Rottenmann hat mittlerweile viele Nachahmer gefunden, in denen der Pionier- und Innovationsgeist der Rottenmanner weiterwirkt.
Soziotherapeutischer Garten schärft Sinne
Auch nach zehn Jahren ist das Team mit großer Freude und Enthusiasmus an der Arbeit. Einen völlig neuen, innovativen und ganzheitlich therapeutischen Ansatz verfolgt das interdisziplinäre Team mit dem neu errichteten Soziotherapeutischen Garten. Auf spielerische Weise werden die Mobilität und Kommunikationsfähigkeit der PatientInnen aktiviert bzw. gefördert. Das aus einem Sinnesgarten und einem Geherlebnisweg bestehende Areal soll den PatientInnen durch ein höheres Maß an Sozial- und Naturkontakten zu einer Steigerung ihrer derzeitigen Lebensqualität führen.
- Die therapeutische Hauptarbeit leistet der Garten sozusagen selbst: Indem er die Menschen aufnimmt; einander näherbringt und sie sogar in den Rollstühlen an die Hochbeete heranlässt; Zeit und Aufmerksamkeit herstellt für die erfreulichen Seiten des Lebens. Indem er Appetit macht auf das Essen, einen guten Schlaf bringt und Freude auf den Morgen.
- Förderung von Konzentration, Geduld und Ausdauer sowohl motorisch als auch kognitiv durch ungezwungene vertraute (Therapie-) Situationen im Garten
- Förderung der Feinmotorik und Grobmotorik (zupfen, pflücken und gießen ...)
- Förderungen der Rumpfstabilität Hochbeet
- Förderung Auge-Hand-Kontakt- pflanzen, jäten, ernten
- Üben von Daily Activities – Garten ist reale Umwelt
- Wahrnehmungstraining (besonders neurologische Patienten)
- Gedächtnistraining – nicht vergessen auf die eigene Verantwortung gießen, Pflanzen erkennen und benennen.
- Gruppentraining, Gemeinschaftsförderung
- Bessere Orientierungsleistungen
- Haushaltstraining: frisch Geerntetes richtig verwenden und verkochen
- Gang- und Gleichgewichtsschulung (verschiedene Untergründe)
- Simulierung therapieunterstützter Alltagssituationen im Geherlebnisgarten
- Atemtraining, Verbesserung des Lungenvolumens durch Frischluft
- Förderung von Autonomie und Selbstwert
- Pflege von Tradition, Kultur und Wissen
- Rollenverschiebung des zu pflegenden Patienten in einen umsorgenden verantwortungsvollen „nützlichen“ Menschen -> von Pathogenese zu Salutogenese
- Förderung sozioemotionaler Fähigkeiten / soziale Kompetenzen
- Kontaktförderung, Kommunikation, Ablenkung vom Stationsalltag
- Vermitteln von Erfolgserlebnissen
- Psychische Begleiterscheinungen wie depressive Verstimmungen reduzieren
- Freude des Vertrauten fördern, Bewusstsein von Verantwortung und Zugehörigkeit
- Dadurch eventuell Einsparung von Medikamenten, Steigerung des Appetits, Schmerzminderung, Verminderung von Unruhe und Nervosität
Die Eröffnung fand im Dezember 1997 nach einer Umbauzeit von elf Monaten statt. Davor war dieses Gebäude die Isolierstation (siehe Foto).Von Beginn an waren und sind Prim. Dr. Anton Hartweger als Chef der Internen Abteilung und DGKS Helene Stöger als Stationsschwester der REM- Station die treibenden Kräfte für das Projekt der AG/REM.Bis heute leiten diese beiden engagiert und zielstrebig das interdisziplinäre Team der REM und unterstützen immer wieder neuen Ideen und Projekte wie zum Beispiel die Errichtung des soziotherapeutischen Gartens.
Von Jänner 1998 bis August 2008 wurden auf der REM-Station ca. 4000 Patienten behandelt, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Patienten beträgt derzeit 19 Tage.
Die REM-Station verfügt über 24 Betten, vier Zimmer mit vier Betten und vier Zimmer mit zwei Betten (für Sonderklassepatienten).
Die Räumlichkeiten erstrecken sich über ein Erdgeschoss, in dem die Patientenzimmer (alle mit rollstuhlgerechtem Bad und WC ausgestattet) untergebracht sind. Weiters befinden sich dort der Pflegestützpunkt, ein Untersuchungszimmer, ein Physiotherapieraum, eine Übungsküche, ein Speisesaal, Aufenthaltsräume für Patienten und Angehörige, Pflegearbeitsräume und eine Terrasse mit dem neuen soziotherapeutischen Garten.
2005 wurde das 1. Obergeschoss ausgebaut. Dort befinden sich nun ein Ergotherapieraum, ein Logopädieraum, ein Sozialdienstbüro, ein Ärztezimmer und Dienstzimmer für die leitende DGKS.
Das interdisziplinäre Team besteht aus zwei Ärztinnen, zwölf geriatrisch geschulten, diplomierten Gesundheits- und Krankenschwestern und sieben Pflegehelferinnen unter der Leitung von DGKS Helene Stöger; weiters der leitenden Physiotherapeutin Dipl.-PT Beate Mandlberger, Dipl.-ET Sabine Brandstätter – Ergotherapie, Dipl.-LP Karin Patzak – Logopädie, Dipl.-SA Lea Diethart.
Konsiliarisch können verschiedene Dienste wie Diätologinnen, klinischer Gesundheitspsychologe und Konsiliarärzte zugezogen werden. Ein Zugriff auf Laborleistungen und bildgebende sowie endoskopische Diagnostik ist rund um die Uhr möglich.
Eine enge Kooperation mit allen Abteilungen des Hauses rundet das Angebot ab.
Die AG/REM hat noch ein zusätzliches Therapieangebot, nämlich die Hundetherapie mit dem Therapiehund Belinda mit Frauchen DGKS Christa.
HINWEIS: Nachfolgende Medienberichte finden Sie unter DOWNLOADS (grauer Balken rechts)....







