Vorstellung der beiden neuen ärztlichen Führungskräfte am LKH Graz West
Graz, am 2. Februar 2010 -
Ärztliche Schlüsselfunktionen neu besetzt
Die Innere Medizin am LKH Graz West hat eine neue Struktur bekommen. Die beiden Abteilungen für Innere Medizin 1 und Innere Medizin 2 wurden zu einer gemeinsamen Abteilung für Innere Medizin zusammengelegt. Die neue Abteilung ist in drei Departments unterteilt:
• Department für Gastroenterologie mit Infektiologie
• Department für Allgemeine Innere Medizin mit Notfallaufnahme
• Department für Kardiologie und Intensivmedizin
Mit Jahresbeginn wurden am LKH Graz West zwei neue ärztliche Führungspositionen besetzt. Sowohl mit Prim. Univ. Doz. Dr. Herbert Wurzer als Leiter der Abteilung für Innere Medizin als auch mit Dr. Gerald Geyer als Departmentleiter für Allgemeine Innere Medizin mit Notfallaufnahme konnten dafür hochkarätige Mediziner gewonnen werden.
Ziele und Schwerpunktsetzungen
(Statement von Prim. Univ. Doz. Dr. Herbert Wurzer)
In meiner bisherigen Funktion als Primarius am LKH Feldbach hat es sich bewährt, auf Qualität zu setzen. Diesen Weg möchte ich auch als Primarius des LKH Graz West beschreiten und die Qualität der Patientenbetreuung und die Zufriedenheit der Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellen. Die Qualität, von der ich spreche, bedeutet für mich:
• hohes fachliches medizinisches Niveau,
• effiziente Abläufe und eine
• Kommunikationskultur, die sicher stellt, dass Patientinnen und Patienten im Zentrum unserer Arbeit stehen.
Parallel zur Betreuung der Patienten in den speziellen und hoch qualifizierten Bereichen der Departments ist es im Sinn der Akutversorgung unerlässlich, eine breite Innere Medizin auf hohem Niveau bereitzustellen.
Mir ist wichtig, eine Umgebung zu schaffen, in der Entfaltung von Wissen und Können möglich ist, und sehe als Leiter der neu strukturierten Abteilung für Innere Medizin, die die Departments für Gastroenterologie mit Infektiologie, Allgemeine Innere Medizin mit Notfallaufnahme und Kardiologie und Intensivmedizin umfaßt, die Steuerung und Koordination der Ausbildung junger Kolleginnen und Kollegen als eine meiner zentralen Aufgaben und Herausforderungen.
Dies betrifft sowohl die Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin als auch die zum Facharzt für Innere Medizin.
Neben einem Ausbildungskonzept für Fach- und Turnusärzte plane ich interne Fortbildungsveranstaltungen zu intensivieren und durch das von mir entwickelte Fortbildungsmodell, das gemeinsame Veranstaltungen mit niedergelassenen Ärzten vorsieht und das sich in Feldbach hervorragend bewährt hat, zu ergänzen.
Zu effizienten und effektiven Abläufen:
Über die Optimierung von diagnostischen und therapeutischen Prozessen bis hin zur Entwicklung und Wartung von Standards (bei häufigen Erkrankungen auf Basis der evidenzbasierten Medizin) möchte ich neben einer entsprechenden Qualitätssicherung erreichen, dass künftig mehr Zeit für unsere Patientinnen und Patienten zur Verfügung steht und wir den schwierigen wirtschaftlichen Anforderungen gerecht werden können.
Durch enge Kooperation mit der Pflege und durch die Optimierung der Vernetzung mit den anderen Abteilungen des Hauses (Chirurgie, Anästhesiologie, Radiologie, Pathologie, Anstaltsapotheke) sowie der umliegenden Krankenanstalten und Kooperationspartner erwarte ich z. B. durch strukturierte Abläufe und einen geringeren fallspezifischen Abstimmungsbedarf hohe Synergieeffekte.
Ich sehe es als eine meiner vorrangigen Aufgaben an, Kommunikation und Zusammenarbeit zu fördern und zu unterstützen. Unter Kommunikationskultur verstehe ich ein Klima der Offenheit, das dem Patienten in seiner Krankheit mit Menschlichkeit begegnet und ihn mit verständlicher Information in seinem Heilungsprozess unterstützt. Ich verstehe darunter eine Kultur, die das positive Klima des Teams und des Hauses fördert und die extramuralen Partner intensiv einbindet.
Das hohe fachliche Niveau, das mein Lehrer und Vorgänger Prof. Brandstätter im Bereich der Gastroenterologie vorgegeben hat, möchte ich in meiner Rolle als Departmentleiter für Gastroenterologie mit Infektiologie erhalten und weiterentwickeln. Den Bereich der Infektiologie, der in der gesamten Steiermark einzigartig ist, plane ich in überregionaler Kooperation mit ähnlichen Zentren zu vernetzen und auf der wissenschaftlichen Ebene stärker zu verankern.
Persönliche Daten:
geb. am 03.01.1961 in Hartberg
verheiratet, 2 Kinder
wohnhaft in 8010 Graz, Wilhelm-Raabe-Gasse 8
Ausbildung:
1967-1971 Volksschule Unterrohr
1971-1979 BRG Fürstenfeld
1979-1986 Medizinstudium Karl-Franzens-Universität Graz
14.11.1986 Promotion
04.07.1989 Physikatskurs
01.01.1995 FA für Innere Medizin
31.05.1998 FA für Innere Medizin (Gastroenterologie u. Hepatologie)
4 - 11/1998 Lehrgang „KH-Management in der Praxis"
14.10.2002 Verleihung der Lehrbefugnis als Universitätsdozent
09.11.2002 Klinischer Prüfarzt
Beruflicher Werdegang:
1- 5/1987 Präsenzdienst
6 -10/1987 Volontärarzt, Sanatorium Villach
11/1987-10/1988 Chirurgie u. Innere Medizin; KH der BHB, St. Veit/Glan
11/1998-01/1989 Lungenabteilung, LKH Hörgas-Enzenbach
02/1989-03/1989 Univ.-Klinik für Dermatologie und Venerologie, Graz
04/1989-08/1989 Univ.-Klinik f. Kinder- u. Jugendheilkunde, LKH Univ.-Klinikum Graz
09/1989-12/1989 II. Med. Abteilung, LKH Univ.-Klinikum Graz
01/1990-12/1994 II. Med. Abteilung, LKH Univ.Klinik Graz
01/1995-11/2002 Stellvertretender Departmentleiter für Gastroenterologie der II. Med. Abt., LKH Univ.Klinikum Graz
12/2002-12/2003 Stellvertretender Departmentleiter für Allg. Innere Medizin u. Gastroenterologie, Abt. f. Innere Medizin 2, LKH Graz West
01/2004-12/2009 Leiter der Abteilung für Innere Medizin, LKH Feldbach
seit 01.01.2010 Leiter der Abteilung für Innere Medizin und Leiter des Departments für Gastroenterologie mit Infektiologie am LKH Graz West
Ziele und Schwerpunktsetzungen
(Statement von Departmentleiter Dr. Gerald Geyer)
Aufgabe des „Departments für Allgemeine Innere Medizin mit Notfallaufnahme" wird primär sein, eine breite allgemeininternistische Basisversorgung auf hohem Niveau mit besonderer Berücksichtigung von Diabetologie, Hypertensiologie, konservativer Nephrologie und Angiologie sicherzustellen. Auch der zunehmende Anteil an Patienten hohen Alters muss in der fachlichen Entwicklung entsprechende Beachtung finden.
Große Bedeutung kommt der kompetenten ambulanten allgemeininternistischen Notfallversorgung in der EBA (Erstuntersuchung - Beobachtung - Aufnahme) zu. Das bewährte EBA-Konzept mit gesondertem Beobachtungsbereich für ambulante Patienten wird beibehalten, aber auch weiterentwickelt. Dieser für Patienten und Mitarbeiter hochbelastende Bereich soll durch Implementierung spezieller Versorgungsabläufe sowohl optimiert als auch beruhigt werden. Die Strukturqualität des Hauses bietet eine ideale Voraussetzung zur engen Kooperation der EBA mit Intensivmedizin, Chirurgie, Pulmologie und Radiologie und damit zu hoher interdisziplinärer Versorgungsqualität auf kurzem Wege. Bewährte kollegiale Zusammenarbeit und klar definierte Abläufe im Nahtstellenbereich sollen einander ergänzen. Der Nutzung neuer bildgebender Verfahren für Akutpatienten mit kardialen als auch neurologischen Beschwerden wird künftig zunehmende Bedeutung beizumessen sein. Grundlegende Entwicklungsrichtung stellt eine integrierte Notfallversorgung mit Ausbau der neurologischen Versorgungskomponente in enger Kooperation mit der LSF dar.
Die Einbindung der Turnusärzte in die EBA wird weiterhin Eckpfeiler für die Turnusarztausbildung als auch für den EBA-Betrieb sein. Ärztliche Rotationsmodelle zwischen den Departments sollen auf Facharztebene das Erreichen und Halten eines breiten hochwertigen Ausbildungsstandes ermöglichen. Notfallmedizinische Kompetenzen können damit durch intensivmedizinische Fertigkeiten verdichtet werden.
Besonderen Stellenwert erhält die Zusammenarbeit mit den trägerübergreifenden Kooperationsspitälern des Grazer Westens, dem UKH, den Krankenhäusern der Barmherzigen Brüder sowie Elisabethinen und natürlich mit dem Universitätsklinikum und den KAGes-Spitälern der Region Südwest. Gerade einer Abstimmung der EBA-Funktionalität im Großraum Graz kommt in Zeiten von drohenden Pandemien eine ebenso visionäre wie unumgängliche Bedeutung zu.
Weitere Ziele für das Department für Allgemeine Innere Medizin mit Notfallaufnahme:
Persönlich ist mir wichtig, die Qualität der medizinischen Versorgung in den Mittelpunkt zu stellen. Als Leiter bin ich bestrebt, bestmögliche strukturelle und organisatorische Rahmenbedingungen für die Umsetzung der dargelegten medizinischen Schwerpunkte zu schaffen. Die medizinischen Prozesse und Organisationsabläufe werden wir gemeinsam mit der Pflege entsprechend der neuen Struktur weiterentwickeln - unter Beachtung der Gesichtspunkte von Risikomanagement und Qualitätsmanagement. Dies und eine laufende fachliche Weiterbildung sollen Garant für medizinische Qualität sein. Im gleichen Maße soll durch unsere Teams aus Ärzteschaft, Pflege und allen übrigen Berufsgruppen auch die menschliche Atmosphäre gebildet werden, die Gesundwerden möglich macht. Der Teamentwicklung auf Basis gegenseitiger Wertschätzung messe ich hohe Bedeutung bei.
Das Department als integraler Teil der Abteilung soll damit als verlässlicher und kompetenter Kooperationspartner nach allen Seiten Verankerung finden.
Unsere Verantwortung wollen wir in eine Medizin mit Herz und Augenmaß legen.
Persönliche Daten:
verheiratet, 2 Kinder (13 und 10 Jahre)
Geboren 1960 in Graz, aufgewachsen in Graz und Niederösterreich
Berufsausbildung / beruflicher Werdegang:
1979: Matura am BG/BRG Kirchengasse in Graz
1979 - 1980 Präsenzdienst als Einjährig Freiwilliger
1980 - 1994 Tätigkeit in Offiziersfunktion beim Österreichischen Bundesheer und im Projektmanagement, Medizinstudium an der Karl Franzens-Universität Graz,
1994 Promotion zum Dr. med. univ.
1995 Beginn Turnusausbildung am LKH Deutschlandsberg
1995 - 2001 Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin an der II. Medizinischen Abteilung des LKH Universitätsklinikum Graz
2001 - 2006 Spezialisierung zum Zusatz-Facharzt in Intensivmedizin und in Kardiologie am Department für Kardiologie und Intensivmedizin der Abteilung für Innere Medizin 2 im LKH Graz West, Stv. Leitender Oberarzt der Internistischen Intensivstation
seit 2007 Zweitfunktion als Stv. Ärztlicher Direktor des LKH Graz West
Zusätzliche Qualifikationen:
1998 / 1999 Ausbildung zum „Qualitätsmanagement-Moderator im Gesundheitswesen" (ÖVQ / KAGes)
2002 - 2007 Berufsbegleitende Ausbildung im „Universitätslehrgang für Krankenhausmanagement" und zum „MBA (Health Care Management)" an der Wirtschaftuniversität Wien
seit 1980 Milizoffizier beim Österreichischen Bundesheer, Führungsfunktionen als Kompaniekommandant und Stabsoffizier in Infanterieverbänden, dzt. Militärkommando Steiermark.
Leistungszahlen der Abteilung für Innere Medizin im LKH Graz West
Die Abteilung verfügt über insgesamt 168 Betten, davon 39 Sonderklasse-Betten und 9 Intensivbetten. Jährlich werden ca. 7300 Patient(inn)en stationär an der Abteilung betreut. In der EBA (Notfallaufnahme) finden pro Jahr etwa 23.000 internistische Versorgungen von Notfallpatient(inn)en statt mit steigender Tendenz.
Im Fachgebiet der Gastroenterologie werden jährlich etwa 5.500 Endoskopien durchgeführt mit einem Schwerpunkt im Bereich interventioneller endoskopischer Verfahren einschließlich ERCP. Eine weitere Spezialisierung liegt in der Betreuung von Patienten mit chronisch entzündlichen Darm- sowie Lebererkrankungen.
Das Leistungsspektrum umfasst sämtliche Sonographische Untersuchungsverfahren der inneren Organe und Blutgefäße (ca. 4800 Sonographien/Jahr) sowie Organpunktionen.
Der infektiologische Schwerpunkt der Abteilung wird durch eine Spezialambulanz für Infektions- und Tropenerkrankungen (ca. 2500 Patientenkontakte/Jahr) und eine Isolierstation für Patienten mit hochinfektiösen Erkrankungen repräsentiert. Die hohe infektiologische Versorgungsqualität wurde sowohl medizinlogistisch als auch fachlich in der Funktion als steirisches Primärspital in der Anfangsphase der A(H1N1) Pandemie im Sommer 2009 eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Im Bereich der Kardiologie konnte sich neben der Basisdiagnostik (EKG, Holter-EKG, 24-Stunden-Blutdruckmessung, ca. 500 Ergometrien / Spiroergometrien) eines der leistungsfähigsten Echokardiographielabors Österreichs (etwa 6500 Echokardiographien/Jahr) etablieren. Herzschritt-macher werden kontrolliert als auch (in Kooperation mit der Chirurgie des Hauses) implantiert. Im Herzkatheterlabor werden jährlich ca. 1400 Herzkatheteruntersuchungen durchgeführt. Knapp 50 % der betreffeden Patienten werden mittels PTCA bzw. Stentimplantation interventionell behandelt werden. Die Kardiologie ist damit eines der drei steirischen Zentren, welche die 24-Stunden-Akutversorgung von Herzinfarktpatient(Inn)en mittels Herzkatheter sicherstellen.
HINWEIS: Nachfolgende Medienberichte finden Sie unter DOWNLOADS (grauer Balken rechts........)







