Eröffnungsfeier OP-Zentrum A Erweiterung
Graz, am 9. Juni 2010 -
Universitätsklinik für Chirurgie:
Operation gelungen!
Erweitertes OP-PROFI-sorium lebt!
Akuter Handlungsbedarf besteht in der Sanierung des Chirurgieblocks am LKH-Univ.Klinikum Graz. Die gemeinsamen „SOS"-Rufe von Land Steiermark, KAGes und Medizinische Universität Graz haben gefruchtet. Seitens der zuständigen Bundesministerien gibt es nun die Zusage, die dringend notwendigen Modernisierungsmaßnahmen zu unterstützen und mitzufinanzieren. Entsprechend der Zielplanung wird das chirurgische Zentrum in vier Bauetappen (Zubau Süd, Sanierungen im Hochhaus und Altbau) in den nächsten zwölf Jahren auf europäischen Top-Standard gebracht werden.
Ein akutes, unaufschiebbares Problem stellten immer wieder die zu geringen freien OP-Kapazitäten dar. Daher wurde zur Absicherung der OP-Infrastruktur das OP-Zentrum A vor über zehn Jahren provisorisch errichtet und in Betrieb genommen. Die Raumgruppierung im neuen OP-Zentrum erfolgte nach modernstem internationalen Standard und ermöglichte durch seine zukunftsorientierte Gestaltung - beispielsweise durch das „Einbahn-System" - maßgebliche organisatorische Verbesserungen im Arbeitsablauf des OP-Teams.
Durch die Inbetriebnahme des OP-Zentrums B im Jahre 2004 ergab sich eine weitere deutliche Entspannung der OP-Situation.
Doch trotz dieser modernen OP-Zentren gibt es einen weiteren dringenden Bedarf an zusätzlichen frei verfügbaren OP- und Intensivkapazitäten, vor allem im Bereich der Herz- und Thoraxchirurgie.
Mit der zweigeschossigen Erweiterung des Operationszentrums A mit direkter Anbindung an das bestehende Operationszentrum A wurden im Innenhof des Altbaus der Chirurgie diese dringend benötigten OP- und Intensivkapazitäten nun geschaffen. Die Herzstücke der Erweiterung sind eine Aseptische Intensivstation mit zehn Betten sowie ein Hybrid-OP, ein Thorax-OP und ein Dispo-OP.
Für den Klinikvorstand der Universitätsklinik für Chirurgie, Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Tscheliessnigg, bringt diese Ausweitung und Modernisierung der OP-Kapazitäten eine deutliche Verbesserung: „Dank der neuen Möglichkeiten können zusätzlich bis zu 250 große Herzoperationen pro Jahr durchgeführt werden und damit die bestehende Warteliste deutlich abgebaut werden. Zukunftsweisend ist auch die räumliche Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt einen OP in einen sogenannten Hybrid-OP umzuwandeln, der neben einem voll ausgerüsteten herzchirurgischen OP auch über eine Angiografieanlage verfügt. Dadurch können Herzchirurgen und Kardiologen während minimalinvasiver Eingriffe die Funktionalität der Herzgefäße und -klappen sowie die Lage der Implantate überprüfen. Erst dadurch ist es möglich, gewisse Herzklappenoperationen minimalinvasiv und damit schonender und mit noch geringerer Belastung für den Patienten durchzuführen."
Für den KAGes-Vorstandsvorsitzenden Dipl.-Ing. Dr. Werner Leodolter kommt dem Bauprojekt in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise auch eine wichtige Impulsfunktion für die heimische Bauwirtschaft zu: „Angesichts der Investitionshöhe von 7,142 Millionen Euro und der hohen regionalen Wertschöpfung profitierte die steirische Wirtschaft von dem Vorhaben enorm. Viele Arbeitsplätze konnten damit geschaffen bzw. abgesichert werden."
Gesundheitslandesrätin Dr.in Bettina Vollath ergänzt: „Ich persönlich freue mich insbesondere, dass wir es seitens des Landes Steiermark gemeinsam mit der KAGes geschafft haben, dieses wichtige Projekt zu realisieren, auch wenn es enorme Anstrengungen erforderte, da sich der Bund sehr lange offiziell nicht zum Projekt LKH 2020 bekannte. Wir sind in Vorleistungen gegangen, weil uns die Patientinnen und Patienten so wichtig sind - denn unsere steirische Gesundheitspolitik stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Wir wollen eine leistbare, qualitative hochwertige Gesundheitsversorgung für alle Steirerinnen und Steirer und dafür stehen wir ein. Ein Danke nochmals an alle Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die mit uns gemeinsam diesen Weg gegangen sind!"
Das Bauprojekt im Detail
Im Erdgeschoss der Erweiterung wurde eine Intensiveinheit für die aseptische Intensivstation mit insgesamt zehn Betten errichtet. Zwei Betten davon befinden sich in baulich abgetrennten Kojen. Für das Personal der Intensiveinheit wurden eigene Umkleiden errichtet. Erschlossen ist die Station über eine Liftgruppe und eine Treppe. Der Bettentransport erfolgt über den Bettenlift in das 1. Obergeschoss und verläuft weiter über die Bestandsbrücke des Operationszentrum A in den Altbau. Das Niveau des Erdgeschosses wird dem Geländeniveau im Eingangsbereich angeglichen. Dadurch ermöglicht man einen direkten straßenseitigen Patiententransport mit der Rettung.
In der Aseptischen Intensivstation wurde zur Verbesserung des Raumambientes mittels Licht und Farbe ein eigenes Gestaltungskonzept umgesetzt. Hierzu wurden zehn kreisrunde LED-Farbscheiben an der Decke positioniert, die jeden Patientenliegeplatz bestrahlen und im Farbverlauf individuell angesteuert werden können.
Im 1. Obergeschoss sind drei OP-Einheiten untergebracht, wobei zwei davon als Herz- bzw. als Thorax-OP ausgestattet sind und der dritte als Dispo-OP bis zur Hygieneabnahme vorbereitet wurde. Die bauliche Ausführung des Herz-OP ermöglicht auch die Nutzung als Hybrid-OP mit einer Angiographieeinheit. Dies erfordert Maßnahmen wie die Flächenausdehnung des Herz-OP auf 80m², die Errichtung von zusätzlichen Nebenräumen wie Schaltraum und Technikraum, erhöhten Strahlenschutz sowie zusätzliche statische Maßnahmen durch den Einbau einer Schwerlastdecke.
Die für den Hybrid-OP notwendige Herzkatheteranlage mit Messplatz wird als eigenes Projekt unter LKH 2020 finanziert und ermöglicht eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Herzchirurgen und Kardiologen.
Die Haupterschließung dieses Erweiterungsbaues erfolgt über das bestehende Operationszentrum A und erforderte auch dort bauliche Maßnahmen im ersten Obergeschoss. Im Zuge der Errichtung der Erschließungsflächen sind Adaptierungen in der Einschleusung sowohl im OP-Organisations- als auch im Geräteraum erfolgt. Dadurch ergeben sich Änderungen innerhalb der Anordnung der Lagerflächen. Der bestehende Sozialraum wird in den Neubau verlegt.
Zahlen & Fakten
Kosten:..........................................................................7,882 Millionen Euro
Termine:
Baubeginn:..................................................................................2. Juni 2009
Inbetriebnahme:..........................................................................14. Juni 2010
Bauzeit:.........................................................................................11 Monate





