Spatenstichfeier für das K-Gebäude der LSF Graz Umbau Kinder- und Jugendpsychatrie und notwendige Infrastrukturmaßnahmen
Graz, am 2. Juli 2010 -
Landesnervenklinik Sigmund Freud Graz: Spatenstich
Startschuss für eine moderne pädiatrische Psychiatrie
In der Kinder- und Jugendpsychiatrie haben in den letzten Jahren viele neue Entwicklungen zu bedeutenden Veränderungen der Behandlungsmöglichkeiten geführt. Dieser Wandel wird am multipro-fessionellen Behandlungskonzept der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Landesnervenklinik Sigmund Freud deutlich sichtbar. Den neuen Herausforderungen wird durch organisatorische Maßnahmen und neue bauliche Rahmenbedingungen Rechnung getragen.
Seit 1999 wird mit großem Engagement an der zukunftsorientierten Ausrichtung der Landesnervenklinik Sigmund Freud (LSF) gearbeitet. Eine Vielzahl an Neustrukturierungs- und Modernisierungsschritten haben dazu geführt, dass die LSF zu den größten und auch fortschrittlichsten psychiatrischen und neurologischen Zentren Österreichs zählt.
Eine große Herausforderung im Entwicklungsplan der Landesnervenklinik Sigmund Freud stellt dabei die Adaptierung und Modernisierung des veralteten K-Gebäudes dar. Das „K-Gebäude" der Landesnervenklinik Sigmund Freud wurde im Jahr 1975 errichtet und beherbergt die Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Zusätzlich ist im Erdgeschoß des Gebäudes provisorisch die Schlafmedizin untergebracht.
Die Ausstattung und Funktionalität wurden seinerzeit für ca. 50 behinderte Kleinkinder konzipiert. Dies entspricht heute allerdings nicht mehr den Anforderungen einer modernen Kinder- und Jugendpsychiatrie. So waren bislang keine Raumstrukturen für Gruppenbildungen gegeben, der „geschlossene Bereich" war laut Unterbringungsgesetz zu klein, die Tagesklinik hatte keinen eigenen Raumverband, die Behandlungs- bzw. Therapieräume waren nicht ausreichend definiert.
Darüber hinaus gibt es zahllose alterungsbedingte bautechnische Probleme, wie beispielsweise veraltete haus- und elektrotechnische Installationen oder keinen umfassenden Brandschutz. Die von der Sanitätsbehörde geforderte Schwesternrufanlage fehlt zur Gänze. Durch Materialalterung und übermäßige Abnützung waren bislang laufend erhöhte Instandsetzungskosten bzw. Reparaturarbeiten bei Türblättern, Fenstern, Sanitärgegenständen und Leichtwänden erforderlich.
Mit einem Kostenaufwand von knapp 6,3 Millionen Euro wird die Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie in den nächsten 23 Monaten völlig modernisiert, aber auch - gerade in der derzeit schwierigen Wirtschaftssituation - ein enorm wichtiger Impuls für die - angesichts der bekannt hohen regionalen Wertschöpfung von KAGes-Bauten - heimische Bauwirtschaft gesetzt.
Gesundheitslandesrätin Dr.in Bettina Vollath freut sich über den Start der lange notwendigen Adaptierung der Kinder- und Jugendpsychiatrie. "Gesundheitspolitisch stehen wir auch in der Steiermark im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit vor großen Herausforderungen. Trotz unseres sehr guten Gesundheitssystems haben wir bei unseren Jüngsten noch für eine Verbesserung der Präventions- und Versorgungsangebote zu sorgen - gerade im psychotherapeutischen und psychiatrischen Bereich ist ambulant und stationär eine Unterversorgung gegeben. Heute gehen wir gemeinsam einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung". Für sie reiht sich dieses Projekt in eine große Anzahl an Bauprojekten der KAGes in den unterschiedlichen Regionen ein, was zeigt, dass die KAGes und das Land Steiermark auch in Zeiten der Wirtschaftskrise weiterhin in das Gesundheitswesen investiert haben. Womit Arbeitsplätze nicht nur im Gesundheitsbereich, sondern auch in der Bauwirtschaft und den Nebengewerben verbunden sind. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Wertschöpfung unseres Landes geleistet und das sollte nicht vernachlässigt werden.
Das Bauprojekt im Detail
Der Umbau betrifft folgende Bereiche:
• Aufnahme- und Ambulanzbereich
• 33-Betten-Station (davon lt. UnterbringungsG sechs geschlossene Betten)
• Etablierung von Pflegegruppen innerhalb der Station
• Tagesklinikbereich für acht bis zwölf tagesklinische Plätze
• Therapiebereiche und Dienstzimmer
Das Erdgeschoß sowie Teile des Untergeschoßes des Gebäudes werden generalsaniert. So werden die Haus- und Elektrotechnik und der Brandschutz vollständig erneuert wie auch die Fassade einschließlich Fenster und Türen neu gestaltet.
Das 1. OG, in dem sich die ärztliche Administration befindet, ist vom Umbau nicht betroffen.
Die endgültige Ambulanz wird in der Planungsphase fertig konzipiert und erst nach Freiwerden des Bereiches der Schlafmedizin baulich umgesetzt und auf 12 tagesklinische Plätze erweitert.
Für die Leiterin der Abteilung, Primaria Dr. Anna Katharina Purtscher, ermöglicht die verbesserte Infrastruktur eine wissenschaftlich fundierte Behandlung sowie die Förderung der altersgerechten Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, damit diese wieder seelisch gesund werden!
Der KAGes-Vorstandsvorsitzende Dipl.-Ing. Dr. Werner Leodolter ergänzt: „Wir freuen uns sehr, dass durch einen umfassenden Umbau der Abteilung die notwendigen Therapieräume für die Psycho- und Soziotherapie geschaffen werden und unsere jungen Patient(inn)en Zimmer und Sanitärbereiche mit einem zeitgemäßen Standard haben werden."
Abteilung für Neuropsychiatrische Erkrankungen des Kindes- und Jugendalters:
Die Abteilung für Kinder und Jugendpsychiatrie verfügt über 33 Plätze für die stationäre Behandlung (Krisenaufnahmen, diagnostische und therapeutische Aufenthalte), die Möglichkeit der teilstationären Betreuung in der Tagesklinik und den Ambulanzbereich.
Die Aufgabe der Neuropsychiatrischen Abteilung ist die Diagnostik und Therapie von psychischen Beeinträchtigungen und Erkrankungen sowie psychischen und sozialen Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen bis zum 19. Lebensjahr. Ein multiprofessionelles Behandlungsteam - bestehend aus Ärzten, Psychologen, diplomiertem Krankenpflegepersonal, Sozialarbeitern, Pädagogen und Sozialpädagogen - bietet dabei ein umfassendes Behandlungsangebot. So gibt es neben der stationären bzw. teilstationären Behandlung an der Tages- oder Nachtklinik auch ein ambulantes Betreuungsangebot, zu dem auch die Nachbetreuung nach einem stationären Aufenthalt zählt.
Behandelt werden Patienten mit folgenden Auffälligkeiten oder Störungen:
• Angststörungen
• Depressionen
• Selbstverletzendes Verhalten
• Krisensituationen und akute Belastungsreaktionen
• Posttraumatische Belastungsstörungen
• Suizidversuche
• Entwicklungsstörungen
• Persönlichkeitsstörungen
• Psychosen
• Zwänge
Die Behandlungsmodalitäten sind breit gefächert. Sie reichen von der Psychotherapie und der Soziotherapie über die medikamentöse Therapie bis hin zur Psychoedukation und Elternberatung.
Multiprofessionelle Behandlung und Kooperationen
Die Behandlung findet entweder in der Kinder-, Jugend- oder Intensivbehandlungsgruppe statt, um so dem Entwicklungs- und Reifealter sowie dem Schweregrad der Erkrankung Rechnung tragen zu können. Die erforderliche Betreuung eines Patienten ist nur in Zusammenhang mit dessen Eingebundensein in Beziehungen und soziale Netzwerke zu verstehen; dies trifft ganz besonders auf Kinder und Jugendliche zu! Deshalb umfassen die sorgfältige Diagnostik und Behandlung von kinder- und jugendpsychiatrisch Erkrankten immer auch die Einbeziehung der Eltern und Elternberatung, die Kooperation und Beratung von/mit KindergärtnerInnen, LehrerInnen, schulpsychologischen Diensten, ErzieherInnen und MitarbeiterInnen der Einrichtungen der Jugendwohlfahrt. Arbeit mit und für Kinder und Jugendliche und die Planung von Veränderungsmöglichkeiten in deren sozialem Umfeld erfordern immer vielfältige Kooperationsaufgaben innerhalb und außerhalb der kinder- und jugendpsychiatrischen Abteilung. Innerhalb der Klinik betreffen sie die Zusammenarbeit der Mitarbeiter der verschiedenen Fach-disziplinen und die Gestaltung der Krankenbehandlung und Ausbildung. Außerhalb der Klinik erstreckt sie sich auf die Abstimmung der Aufgaben und Zusammenarbeit verschiedener Institutionen.
Umbau Kinder- und Jugendpsychiatrie .........................................€ 4,533.000,-
Notwendige Infrastrukturmaßnahmen ...........................................€ 1,764.000,-
Baubeginn ...................................................................................Juni 2010
Rohbaufertigstellung ......................................................................Juni 2011
Übergabe .....................................................................................Mai 2012
Bauzeit ......................................................................................23 Monate
Inbetriebnahme .............................................................................Juni 2012







