Spatenstichfeier anlässlich des Neubaues Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin (UBT)
Graz, am 11. August 2010 -
Neubau der Univ.-Klinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin
Zentrum der steirischen Blutversorgung bekommt hochwertige Infrastruktur
Blut und Blutkomponenten sind ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen Medizin. Sie sind ein wesentlicher Qualitätsfaktor in der medizinischen Versorgung. Viele medizinische Fortschritte wären ohne den enormen Kenntniszuwachs im transfusionsmedizinischen Bereich nicht möglich gewesen. Die Blutversorgung der steirischen Landesspitäler entspricht seit Jahren höchsten internationalen Qualitätskriterien.
Vor elf Jahren wurde die ehemalige „Blutbank" (Department für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie) in die Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin übergeführt. Unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Gerhard Lanzer wurde damit die hochwertige Versorgung der steirischen Bevölkerung mit Blut und Blutprodukten nachhaltig abgesichert, aber auch der enormen Fachentwicklung im Bereich der Transfusionsmedizin Rechnung getragen.
Für große Qualitätsschübe in den letzten Jahren sorgten zusätzlich die Weiterentwicklung spezieller Qualitätssicherungssysteme - wie beispielsweise des GMP (Good Manufactoring Practice) oder die Einführung von PCR-Untersuchungen (molekularbiologische Methode zur Diagnostik von transfusionsrelevanten Viren) wie auch der Einsatz effektiver Filtersysteme bei den Blutprodukten.
Mit dem Neubau und der damit verbundenen Infrastrukturverbesserung startet der nächste Qualitätsschub. Mit einem Gesamtinvestitionsaufwand in der Höhe von 28,5 Millionen Euro soll bis zum dritten Quartal 2013 der Neubau realisiert und in Betrieb genommen werden. Aufgrund der bekannt hohen regionalen Wertschöpfung von KAGes-Bauten bedeutet dieses Bauvorhaben auch einen starken Impuls für die heimische Bauwirtschaft.
Der Neubau im Detail
Im Neubau befinden sich sämtliche Laborbereiche zur Herstellung von (konventionellen und speziellen) Blut- und Stammzellenprodukten sowie die gesamten Laborbereiche des Analysescreenings, die Räume der Lagerungslogistik wie auch die Verwaltung. Dank einer sorgfältigen Planung wird ein Optimum an Funktionalität erreicht, wie beispielsweise die praxisbezogene Umsetzung von Erkenntnissen der Reinraumtechnik nach internationalen pharmazeutischen, industriellen und insbesondere gesetzlichen Maßstäben.
Der Neubau der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin gliedert sich funktionell in drei Hauptbereiche:
• Entnahmebereich für spezielle Blutspender und Patienten
• Produktionsbereich von konventionellen Blutprodukten (verschiedene Blut-konserven) und Produktionsbereich von speziellen Blutprodukten (Stammzellenprodukten)
• Analyselabors
Zwischen diesen drei Hauptfunktionen sind eine Reihe von Versorgungsfunktionen wie Ausgabe- und Annahmebereiche (mit Kreuzproben und Antikörperlabor), Lagerbereiche und Kühlräume sowie Verwaltungsbereiche untergebracht.
Der große Anteil an Haustechnikflächen innerhalb des Gebäudes resultiert aus der aufwendig auszuführenden Lüftungstechnik (vgl. dazu industriell geführte AMG-Betriebe aus dem Pharmabereich) für die Reinraumzonen der Produktionsbereiche.
Die Funktionsbereiche (Labors, Produktionsstätten) sind in einem abtrennbaren Gebäudeteil untergebracht, um den Zutritt von nur jeweils einer Seite für das Funktionspersonal zu gewährleisten. Durch diesen Umstand entstand die sternförmige Bauweise des Gebäudeentwurfes, welche eine klare und übersichtliche Struktur bringt, sowie eine zentrale Erschließung und Versorgung ermöglicht und darüber hinaus die Umsetzung der bestehenden Zugangsregelungen sicherstellt.
Das Gebäude selbst besteht aus drei oberirdischen Hauptgeschoßen sowie einem darüber liegenden separaten Haustechnikgeschoß. Weiters gibt es zwei unterirdische Geschoße, welche die Ausgabe- und Annahmebereiche, Lagerbereiche und weitere Haustechnikzonen beinhalten.
Kosten .............................................................................................28,5 Mio. €
Bruttogeschossfläche ...........................................................................9240 m²
Planung
Stufe 1 ........................................................3. Quartal 2003 bis 1. Quartal 2004
Stufe 2 ........................................................3. Quartal 2004 bis 3. Quartal 2005
Stufe 3 ........................................................1. Quartal 2007 bis 3. Quartal 2012
Baubeginn ..................................................................................3. Quartal 2010
Fertigstellung ..............................................................................1. Quartal 2013
Aufnahme des Routinebetriebes ..................................................3. Quartal 2013







