Spatenstichfeier Neubau des LKH Bad Aussee
Bad Aussee, am 6. September 2010 -
Spatenstich für den Neubau LKH Bad Aussee
Startschuss für die neue Spitalszukunft
Die neue Ära in der Ausseer Spitalsversorgung startet mit dem feierlichen Spatenstich. Der Krankenhausneubau mit 57 Betten wird im Gesundheitspark Aussee errichtet und die medizinische Versorgung der Bevölkerung optimieren. Beispielgebend für Österreichs Spitalswesen ist die Zusammenarbeit unterschiedlicher Spitalsträger (Steiermärkische Volkshilfe, Klinik für Psychosomatik Bad Aussee, KAGes), die den beteiligten Gesundheitseinrichtungen ein höheres Maß an betriebswirtschaftlicher Effizienz und Effektivität ermöglicht.
Der Spatenstich ist für die Ausseer ein langersehnter Freudentag. Obwohl die Idee zur Errichtung des Gesundheitsparks bereits 1995 geboren wurde, verzögerte sich der Neubau des LKH Bad Aussee infolge notwendiger Anpassungen der Spitalsleistungen an den geänderten Versorgungsbedarf. Im Herbst 2009 wurde schließlich vom Land Steiermark und der KAGes ein neues, zukunftsweisendes Konzept in Form eines Spitalsverbundes des LKH Bad Aussee mit dem Leitspital LKH Rottenmann erarbeitet. Das chirurgische Angebotsspektrum wurde durch orthopädische Operationen, die in Zusammenarbeit mit dem LKH Stolzalpe erfolgen, erweitert.
Der Neubau des Spitals war unumgänglich. Wegen des schlechten baulichen Zustandes war eine Sanierung des bestehenden Hauses wirtschaftlich nicht mehr vertretbar. Zudem war der Bedarf an zusätzlichen Raumflächen zu groß.
Ziel ist es, durch Kooperation, gemeinsame Raumnutzungen und Leistungsaustausch mit anderen Partnern des Gesundheitsparks (Klinik für Psychosomatik mit 125 Betten und dem Seniorenzentrum der Volkshilfe mit 70 Betten) Synergieeffekte zu heben und die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu optimieren. Großes Augenmerk wird auf ein hohes Maß an Funktionalität und Wirtschaftlichkeit gerichtet. Das sogenannte Synergiemodul (gemeinsame Eingangshalle samt Portierloge und Cafeteria für das LKH und die Klinik für Psychosomatik sowie die gemeinsame Nutzung der Speisenversorgung, Physiotherapie und auch des Andachtsraumes) werden den künftigen Betriebsaufwand möglichst gering halten. Aber auch in weiteren Leistungsbereichen wird durch Zentralisierung eine höhere Auslastung von technischen und medizinischen Funktionseinheiten erreicht.
Mit dem Spatenstich am 6. September 2010 werden die Zusagen gehalten, was auch für Landesrätin Dr.in Bettina Vollath sehr wichtig war und ist. „Als Gesundheitslandesrätin stelle ich den Menschen in den Mittelpunkt, deswegen war mir eine konsequente Verfolgung unseres Zeitplans sehr wichtig - damit für die Menschen in der Region etwas bewegt wird. Was mich besonders freut ist, dass das neue LKH Bad Aussee ganz auf Zusammenarbeit und Nutzung von Synergien ausgerichtet ist und eng mit der psychosomatischen Klinik und dem Altenpflegeheim der Volkshilfe kooperiert. Diese Kooperation ist nicht nur medizinisch sinnvoll, sondern bildet auch eine wirtschaftlich sehr gute Basis für die bestmögliche Versorgung der regionalen Bevölkerung. Davon profitieren die Menschen Ausseerlandes am meisten.", erklärt Gesundheitslandesrätin Bettina Vollath.
Nach Durchführung eines gemeinsamen Bebauungswettbewerbes und nachfolgend eines Architekturwettbewerbes wurden die Klinik für Psychosomatik und das Seniorenzentrum der Volkshilfe auf dem Gelände des Gesundheitsparks bereits errichtet und im Herbst 2006 in Betrieb genommen.
Bemerkenswerte Architektur mit hoher Funktionalität
Der Siegerentwurf von Architekt Dipl.-Ing. Ernst Giselbrecht setzt mit seiner offenen und transparenten Gestaltung ein überaus qualitätsvolles architektonisches Zeichen, das sich harmonisch in die landschaftliche Gegebenheiten integriert. Sämtliche Zimmertrakte sind so angelegt, dass es keine Lärmbelästigung von der Salzkammergutstraße gibt und die Patienten die landschaftlichen Qualitäten ungestört nützen können. Die Vollwärmeschutzfassade und das Flachdach sind nach den neuesten OIB-Richtlinien hochwertig gedämmt. Als längsseitiger Flachdachabschluss ist eine auskragende Stahlbeton-Fertigteilattika geplant, die auch einen Witterungsschutz für die Putzfassade bietet. Die Stirnseiten der Trakte sind als vorgehängte Stahlbeton-Fertigteilfassade geplant.
Der Neubau im Detail
Mit einem Gesamtinvestitionsaufwand in der Höhe von knapp 28,4 Millionen Euro wird der Neubau in knapp 33 Monaten durchgeführt. Bei geplantem Projektverlauf wird das neue Spital im zweiten Quartal 2013 seinen Betrieb aufnehmen. Aufgrund der bekannt hohen regionalen Wertschöpfung von KAGes-Bauten bedeutet dieses Bauvorhaben auch einen starken Impuls für die heimische Bauwirtschaft.
Der LKH-Neubau umfasst den nordseitigen, zweigeschossigen Funktionstrakt und den südseitigen, ebenfalls zweigeschossigen Bettentrakt, verbunden durch zwei Querspangen und die angrenzende Außenanlage mit Besucherparkplatz und Patientengarten. Beide Bauteile sind unterkellert, wobei im Untergeschoss des Bettentraktes südseitig verschiedene Funktionsbereiche, auch Arbeits- und Aufenthaltsräume untergebracht sind. Das Untergeschoss des Funktionstraktes wird für technische Zentralen und eine Tiefgarage für 31 Autos genutzt. Die vertikale Erschließung erfolgt über eine offene Hauptstiege in der östlichen Verbindungsspange, zwei Fluchtstiegen im Bettentrakt und eine im Funktionstrakt sowie über einen Bettenlift im Funktionstrakt, einen Personen- und Bettenlift und einen Ver- und Entsorgungslift im Stationstrakt.
Funktionstrakt
Erdgeschoß
Die großzügige Eingangshalle ist Teil des Synergiemoduls und wird von der Klinik Dr. Rother mitbenutzt. An die Eingangshalle grenzen die interne und chirurgische Ambulanz mit Endoskopie und Röntgenräumen inkl. Computertomografie, Schockraum/Eingriffsraum sowie die gemeinsame Wartezone samt WC-Gruppe. Unmittelbar angeschlossen ist die Rettungsvorfahrtshalle. Der Hubschrauberlandeplatz soll in flugtechnisch günstiger Lage auf dem Grundstück des Synergiemoduls errichtet werden, wobei der Antransport der Liegendpatienten über die Wirtschaftszufahrt der Klinik Dr. Rother und das UG des LKH zum Bettenlift im Funktionstrakt erfolgen soll. Im westlichen Drittel des Funktionstraktes sind Bereitschafts- und Konsiliararztzimmer sowie der präoperative Untersuchungsraum mit Schmerzambulanz untergebracht.
Obergeschoß
Im westlichen Teil befindet sich der OP-Trakt mit einem OP, der auch für orthopädische Operationen geeignet ist. Ebenfalls im Obergeschoß liegt die interdisziplinäre Intensivstation. Diese umfasst drei Betten und notwendige Nebenräume wie beispielsweise den Reanimationsraum. In funktioneller Verbindung liegt das Aufwachzimmer mit drei Betten. Weiters befinden sich im Obergeschoß eine Laborraumgruppe sowie drei Bereitschaftszimmer.
Untergeschoß
Hier befindet sich die Technikzentrale sowie die Tiefgarage mit 31 Autostellplätzen, die über eine zentrale Ein- und Ausfahrtsrampe erreichbar ist. Über einen Kollektorgang ist das Untergeschoß im Westen mit dem bestehenden Trafogebäude und der Heizzentrale verbunden. An der östlichen Verbindungsspange ist ein zentraler Sozialraum vorgesehen.
Stationstrakt
Erdgeschoß
Im Mittelteil liegt die Interne Station mit 29 Betten. Alle Krankenzimmer sind auf die ruhige Südseite des Grundstücks ausgerichtet. Dieser Bettentrakt ist durch die östliche Erschließungsspange von der Eingangshalle erreichbar sowie durch einen - mit großen Glasflächen gestalteten - Gang mit dem Funktionstrakt verbunden. Im Ostteil des Bettentraktes ist die Verwaltung mit dem Konferenzraum und dem Besprechungszimmer der Internen Abteilung untergebracht. Im Westteil erfolgt die Warenanlieferung sowie die Entsorgung mit Zugang vom Wirtschaftshof.
Obergeschoß
Im Westteil ist die Chirurgische Station mit 25 Betten samt Nebenräumen (Arztdienstzimmern, Lagerraum) untergebracht. Zusätzlich befindet sich der Stützpunkt für die bettseitige Physiotherapie sowie für die physiotherapeutische Behandlung gehfähiger Patienten der Klinik Dr. Rother im Obergeschoß. Im Ostteil ist die ärztliche Administration mit Primararzt- und Stammarztdienstzimmern, Sekretariaten und dem Besprechungsraum für die Chirurgische Abteilung untergebracht.
Sämtliche Vierbettzimmer der Allgemeinen Klasse sind nach Süden auf die ruhige Gartenseite ausgerichtet und sind jeweils mit getrenntem Duschbad und WC mit Handwaschbecken ausgestattet. Jede Station verfügt über einen zentral gelegenen Tagraum mit Raucherloggia. Holz wird im Innenausbau bei einzelnen Wandoberflächen und Möbeln im Patientenbereich reichlich eingesetzt. Als Sonnenschutz sind vom Architekten gelochte, vertikal auffahrbare Metallklappläden mit E-Antrieb vorgesehen.
Untergeschoß
Im natürlich belichteten östlichen und südlichen Teil des Untergeschosses befinden sich die Hauswerkstätten, die Wäsche- und Reinigungszentrale, das Medikamentenlager, das Büro des EDV-Administrators und das Bereitschaftszimmer des Sanitäters (Fahrer Notarztwagen). Im West- und Nordteil liegen der Verabschiedungsraum, die zentralen Personalumkleiden, das Zentralarchiv, Lagerräume sowie die Technikzentrale.
Termine
Spatenstich .............................................................................6. September 2010
Baufertigstellung/Übergab .................................................................15. Mai 2013
Flächen:
Nutzfläche ...............................................................................................4 210 m²
Verkehrsfläche .........................................................................................1 972 m²
Versorgungsfläche ......................................................................................897 m²
Nettogrundrissfläche (=Nutz-+Verkehrs-+Versorgungsfläche).................. 7 079 m²
Bruttogrundrissfläche ...............................................................................8 652 m²
Gesamtkubatur ......................................................................................34 815 m³
Kosten:
Kosten (Preisbasis 10/2009): ..............................................................€ 28,377 Mio.
Architektur: Architekturbüro Giselbrecht & Partner ZT GmbH
Projektsteuerung: Lugitsch & Partner ZT GmbH








