Eröffnungsfeier der Abteilung für Neurologie am LKH Feldbach
Feldbach, am 23. September 2010 -
Startschuss für die Neurologie
Ein großer Tag für die südoststeirische Bevölkerung sowie für die steirische Medizin. Mit der Eröffnung der Abteilung für Neurologie am Feldbach gibt es nun auch eine überregionale neurologische Fachversorgung für die Patientinnen und Patienten aus dem südoststeirischen Raum. Diese bedeutet für die Patienten und ihre Angehörigen eine wohnortnahe Versorgung mit zum Teil deutlichen Weg-Zeit-Verkürzungen bzw. auch Reduktion der Wartezeit.
Für die rund 3.500 neurologischen Patienten wirkt sich die Inbetriebnahme der neuen Abteilung unmittelbar vorteilhaft aus. Die neue Abteilung ist mit Primarius Dr. Martin Heine und seinem engagierten Team hochkarätig besetzt und verfügt über eine topmoderne Ausstattung.
Für den KAGes-Vorstand Dipl.-Ing. Dr. Werner Leodolter, Univ.-Prof. Dr. Petra Kohlberger MSc sowie Ernst Fartek MBA wird das akutneurologische Versorgungsnetz erheblich gestärkt: „Bislang bot die KAGes außerhalb von Graz noch im LKH Bruck an der Mur und im LKH Judenburg-Knittelfeld eine neurologische Fachversorgung in Form einer eigenen Abteilung an. Mit der Eröffnung der Neurologischen Abteilung am LKH Feldbach wird die Akutversorgung der südost- und oststeirischen neurologischen PatientInnen nun erheblich verbessert. Die neue Abteilung symbolisiert zudem deutlich, dass die KAGes mit ihren Spezialisierungen und Schwerpunktsetzungen sehr gut auf veränderte Bedürfnisse der Patienten reagiert."
Landesrätin Dr.in Bettina Vollath ist überzeugt: „Das LKH Feldbach setzt mit dem Betrieb der Neurologischen Abteilung einen wichtigen Meilenstein in der Umsetzung des hauseigenen Entwicklungskonzeptes und ist damit für die Zukunft gut gerüstet. Mit dieser Eröffnung, der Fertigstellung der Gesamtsanierung der Neurologie am Klinikum Graz und der flächendeckenden Realisierung des Gesundheitsplattform-Projektes für Schlaganfall-patientInnen weist die Steiermark eine fortschrittliche und vorbildliche Entwicklung in der neurologischen Versorgung aus. Alle Beteiligten wurden vernetzt und stimmen sich für einen idealen Ablauf in der Versorgung von SchlaganfallpatientInnen ab - im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht der Mensch, so wie es sein soll."
Kurzvorstellung der Abteilung für Neurologie
Die Neurologie befasst sich mit den Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks sowie des peripheren Nervensystems und der Muskulatur. Diese Erkrankungen führen zu einer Vielzahl von Beschwerden und Symptomen, die von Kopfschmerzen, Kreuzschmerzen, Gefühls-störungen und Lähmungen, Sprach- und Sehstörungen, Störungen des Gedächtnisses bis hin zu Störungen des Bewusstseins und dem Auftreten unwillkürlicher Bewegungen reichen. Bekannteste Krankheitsbilder der Neurologie sind der Schlaganfall, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson und Epilepsie.
Die Abteilung am LKH Feldbach deckt die ganze Bandbreite des akutneurologischen Versorgungsauftrags für die Region Südoststeiermark ab. Über den Bezirk Feldbach hinaus werden auch Teile der Bezirke Fürstenfeld, Hartberg, Radkersburg und Weiz mit insgesamt rund 150.000 Einwohnern mitversorgt. Zusätzlich zu den Bettenstationen wurde die neue Schlaganfalleinheit (stroke-unit) nach neuesten patientenorientierten Aspekten gebaut und mit modernster Monitortechnik ausgestattet. Es ist eine enge Kooperation mit der Radiologie und der internen Abteilung (kardiologische Abklärung) im Haus geplant.
Für viele dieser Erkrankungen sind nach korrekter Diagnose heute sehr wirksame Therapien verfügbar. Hierbei spielt, insbesondere beim akuten Schlaganfall, der Zeitfaktor eine besondere Rolle. Nach den aktuellen Qualitätskriterien soll die Erreichbarkeit einer neurologischen Fachabteilung für große Teile der Bevölkerung innerhalb von 45 Minuten gewährleistet sein. Im Anschluss an die Akutbehandlung bietet die Abteilung bei Bedarf die Weiterbetreuung in Spezialambulanzen an. Ambulanzen für Schlaganfall, Epilepsie, Dystonie, Multiple Sklerose und Parkinson-Syndrome sind geplant. Schließlich besteht auch eine enge Kooperation mit der Universitätsklinik und den umliegenden Rehabilitationskliniken.
Der Betrieb der Abteilung wird mit dem 4. Quartal 2010 aufgenommen. Die Abteilung wird in einer ersten Ausbaustufe mit 30 Betten, Stroke-Unit sowie ambulanter Versorgungsstruktur im Sinne einer Akut- und Nachsorgeambulanz implementiert. Ein längerfristiges Entwicklungskonzept für das LKH Feldbach sieht eine bauliche Erweiterung vor nach deren Fertigstellung die Abteilung für Neurologie auf 45 Betten (inkl. Stroke- Unit und neurologischer Frührehabilitation) erweitert werden soll.
Bauprojekt punktgenau abgeschlossen
Die Aufstockung konnte mit einem Investitionsaufwand in der Höhe von knapp 3,18 Millionen Euro sowohl von den Kosten her wie auch zeitlich nach Plan abgeschlossen und in Betrieb genommen werden. Erfreulich ist dabei die hohe heimische Wertschöpfung. Von den 61 beauftragten Firmen konnten 77 Prozent der Auftragssumme an steirische Unternehmen vergeben werden. Über 30 Prozent gingen dabei an Firmen aus dem Bezirk Feldbach.
Die Aufstockung des zweiten Obergeschosses im Südtrakt war baulich der erste Schritt. Bis zur Endnutzung als interdisziplinäre Sonderklassestation wird in den neuen Räumlichkeiten provisorisch die Ambulanz der Abteilung für Neurologie untergebracht. Nachfolgend werden noch die im Erdgeschoss liegenden Ambulanzen für Chirurgie und Unfallchirurgie ausgebaut sowie die Intensivstation auf 14 Betten erweitert. Ebenso wird eine zusätzliche OP-Einheit die Operationskapazitäten erhöhen und der Aufwachbereich um zwei weitere auf acht Betten erweitert. Den Abschluss bilden die Zubauten an den bestehenden Bettenstationen der Obergeschosse 1, 2 und 3.
Prognostizierte Leistungszahlen 2011
Stationäre Betten .............................................................................30 Betten
Stroke-unit-Betten ............................................................................ 4 Betten
geplante stationäre Patienten 2011 .............................................1450 Patienten
geplante durchschnittliche Verweildauer 2011 ......................................6,93 Tage
Ambulante Frequenzen ......................................................................ca. 2200
Krankenhauskonsilien ........................................................................ca. 1200
EEG-Untersuchungen ...................................................................... ca. 1200
Neurophysiologische Untersuchungen ...................... .......................... ca. 1600
Neurosonographie ............................................................................ ca. 1900
Bauprojekt
Kosten . € 3,180 Mio.
Nutzfläche. 551 m²
Baubeginn September 2009
Gesamtfertigstellung. September 2010
Inbetriebnahme...........................................................................Oktober 2010
Bauzeit ........................................................................................14 Monate







