20 Jahre Erfolgsstory "Krankenhaushygiene"
Graz, am 9. Mai 2012 -
Das Hygieneschutzschild in den KAGes-Spitälern gilt österreichweit als vorbildlich und beispielgebend. Im Rahmen des heute stattfindenden Hygienetages 2012 werden erfolgreiche KAGes-Projekte vorgestellt und Bilanz zu zwei Jahrzehnten institutionalisierte Krankenhaushygiene gezogen.
Gerade im Spitalsbereich, wo Infektionskrankheiten behandelt werden, wo immungeschwächte Patienten liegen, kommt der Hygiene eine herausragende Bedeutung zu. Europaweit gibt es rund drei Millionen Krankenhausinfektionen, die zu zusätzlichem Patientenleid, längeren Liegezeiten und auch zu höheren Kosten führen.
Mit der Errichtung einer eigenen Abteilung für Krankenhaushygiene vor zwanzig Jahren hat die KAGes bundesweit Pionierarbeit geleistet. 1999 wurde mit der Umwandlung der Abteilung in ein eigenes Institut für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie ein weiterer Schritt zur Steigerung der hohen hygienischen Qualität in den KAGes-Spitälern gesetzt.
Hospitalismus (= Infektion von Patienten durch Keime im Krankenhaus) kann zwar aufgrund der hohen Anzahl an Personen und vieler anderer Infektionsgefahren noch immer nicht vollends ausgeschaltet werden. Allerdings lässt sich durch gezielte Maßnahmen das Restrisiko deutlich minimieren, das Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten kaum mehr Chancen gibt. Als wichtige Motor-, Service- aber auch Kontrollstelle sorgt das 25 köpfige Team um Prim. Dr. Athanasios Bogiatzis gemeinsam mit den rund 1.000 speziell geschulten Fachkräften (hygienebeauftragte Ärzte, sonderausgebildete Hygiene-Fachkräfte, Mitarbeiter in Hygienegruppen) vor Ort für ein engmaschiges Hygienenetz in den KAGes-Spitälern.
Für den Institutsleiter Prim. Dr. Athanasios Bogiatzis zählt die Hygiene zum absoluten Kernbereich im Spital: „Krankenhaushygiene leistet einen immens wichtigen und unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit im Krankenhaus. Dies schützt Patient(inn)en wie Spitalspersonal gleichermaßen. Die Hygiene in der KAGes ist personell und infrastrukturell gut aufgestellt, enorm wirksam und steht am international letzten Stand. Auch in Zukunft wollen wir mit starken Impulsen dem Fortschritt in der Krankenhaushygiene eine steirische Note verleihen."
In den letzten zwanzig Jahren wurden effiziente und wirksame Strukturen geschaffen, hohe und erfüllbare hygienische Anforderungen formuliert und die Umsetzung bzw. Einhaltung nach ISO-zertifizierten Hygienejahresprüfplänen laufend überprüft. So wird beispielsweise nach speziell erstellten Hygiene- und Desinfektionsplänen - besonders in den Risikobereichen - laufend der Status-Quo festgestellt. Über 200.000 Untersuchungen jährlich bilden sehr gut den hygienischen Zustand in den Spitälern ab. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Fort- und Weiterbildung. Rund 20.000 Besuche verdeutlichen den hohen hygienischen Wissensstand der KAGes-MitarbeiterInnen. Das Institut ist überdies in allen hygienerelevanten Planungen und Entscheidungen (Baubesprechungen, Ausschreibungen) eingebunden. Innovative Krankenhaushygiene leistet überdies auch einen Beitrag zur Kostenreduktion. In drei Pilotprojekten (NISS) in Intensivstationen konnten durch neue hygienische Maßnahmen knapp 900.000 Euro eingespart werden. Erfolgreich umgelegt auf alle Intensivstationen würde dies ein Einsparungsvolumen von rund 10 Millionen Euro bedeuten.
Für viele österreichische Spitäler sind die hygienische Sicherheit in den KAGes-Spitälern und die zahlreichen Impulse beispiel- und benchmarkgebend. Erst kürzlich erhielt das LKH Hartberg vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité, Universitätsmedizin Berlin, das internationale Zertifikat für die erfolgsgekrönten Maßnahmen zur Händedesinfektion verliehen.








