Reduzieren und recyceln: Die KAGes verbessert die Ăkobilanz ihrer Narkosen
Narkosegase sind (noch) untrennbar mit medizinischen Eingriffen verbunden, sie sind aber auch schĂ€dliche Treibhausgase. Daher optimiert die KAGes Schritt fĂŒr Schritt ihren Narkosegaseinsatz: Seit Ende 2024 gibt es kein Lachgas mehr in den OperationssĂ€len, der Verbrauch des nun ohne Beimischung eingesetzten Narkosegases wird minimiert und verwendetes Gas immer öfter recycelt.
Ob Glas oder Papier â das Recycling wertvoller Rohstoffe leistet einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz und neuerdings kommt es auch bei Narkosegasen zum Einsatz. An zahlreichen chirurgisch tĂ€tigen Standorten der KAGes-SpitalsverbĂŒnde wurden bereits Narkosemaschinen so ausgestattet, dass sie das ausgeatmete Narkosegas wieder auffangen und in einer Kartusche speichern.
"Die KAGes hat sich in ihrer Umweltstrategie PROKlima+ das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2040 ihre eigenen, im Unternehmen freigesetzten Treibhausgasemissionen weitgehend zu eliminieren und auf fĂŒnf Prozent Restemission zu reduzieren und ist Kooperationspartner des Klimapakts der Stadt Graz. Einen von vielen BeitrĂ€gen dazu leistet unser Engagement, Narkosen ökologisch zu optimieren â in enger Kooperation mit unseren AnĂ€sthesistinnen und AnĂ€sthesisten"
erlÀutert Rudolf Elsenwenger, Zentraler Umwelt- und Klimaschutzkoordinator der KAGes.
Ablauf der Narkose bleibt gleich
Fast alle SpitalsverbĂŒnde der KAGes recyceln mittlerweile Narkosegas und der Ausbau schreitet voran. Vorreiter war der LKH-Standort Feldbach; zuletzt wurden am LKH-Standort Leoben sieben von zehn Narkosemaschinen im Zentral-OP mit dem Recycling-Equipment bestĂŒckt; die restlichen drei sollen mit Anfang 2027 folgen. Das gesammelte Gas wird an den Hersteller zurĂŒckgeschickt und dort wiederaufbereitet. FĂŒr die Patient*innen bleibt trotz Recyclings alles gleich. âDas System funktioniert sehr gut. FĂŒr die Arbeit des AnĂ€sthesisten bedeutet das Narkosegasrecycling keine VerĂ€nderung im Arbeitsablauf â und aus ökologischer Sicht ist es zu begrĂŒĂenâ, erklĂ€rt Geza Gemes, AnĂ€sthesie-Primar am LKH Hochsteiermark, Standort Leoben. âDie UmrĂŒstung der Narkosemaschinen verursacht zwar Kosten â ein Teil davon wird jedoch durch verringerte Stromkosten fĂŒr die bisherigen Absaugvorrichtungen eingespart. Deren Einsatz haben wir in Leoben betriebszeitenbezogen zusĂ€tzlich optimiertâ, berichtet RenĂ© Rosenbichler, Leiter fĂŒr den technischen Betrieb und die Medizintechnik am LKH-Standort Leoben.
Ăkobilanz weiter verbessern
Den ersten Schritt, die Ăkobilanz der eigenen Narkosen zu verbessern, setzte die KAGes zum Jahresende 2024 durch ihren Ausstieg aus der Verwendung von Lachgas als Narkosegas. Weil das alternativ benutzte Sevofluran lĂ€ngerfristig zwar eine Verbesserung bringt, aber ebenfalls ein Treibhausgas ist, soll es nun schrittweise so sparsam wie möglich dosiert und der anfallende Rest recycelt werden. Trotz sparsamen Einsatzes wird immer eine ausreichende Menge verwendet, um die Patient*innen tief schlafen zu lassen.
Auch der vermehrte Einsatz flĂŒssiger Narkosemedikamente, die durch die Vene verabreicht werden, könnte einen Teil der Lösung darstellen. Allerdings haben auch diese Substanzen Auswirkungen auf die Umwelt. Zur GĂ€nze werden Narkosegase vermutlich nicht ersetzt werden können, aber der Verbrauch kann noch deutlich verringert werden.
Zahlen & Fakten
Die Zertifikate jenes Unternehmens, welches das in den SpitĂ€lern der KAGes gesammelte Narkosegas recycelt, bescheinigen fĂŒr das Jahr 2025 â also noch ohne den Standort Leoben â eine Einsparung von knapp 27 t CO2e (wie sie bei 140.000 bis 200.000 Autokilometern entstehen). Fast zwei Drittel davon wurden an den beiden Standorten des LKH Oststeiermark gesammelt.
Von den derzeit verfĂŒgbaren Narkosegasen ist Sevofluran jenes mit dem geringsten Treibhausgaspotenzial (auf 100 Jahre gerechnet). Da aber auch dieses Gas eine merkliche Auswirkung auf die ErderwĂ€rmung hat, gibt es drei weitere Ansatzpunkte, um Narkosen bei gleich guter Versorgungsleistung fĂŒr Patient*innen klimaschonender zu machen:
Verbrauch von Narkosegas senken (Minimal Flow, individuell angepasster bedarfsorientierter Metabolic Flow)
Narkosegas auffangen und recyceln
wo medizinisch sinnvoll, auf intravenöse Narkosen umsteigen
In fast allen SpitalsverbĂŒnden der KAGes wird an mindestens einem Haus bereits Narkosegas recycelt: LKH Oststeiermark (Standorte Feldbach und Hartberg), LKH Graz II (Standort West), LKH SĂŒdweststeiermark (an den Standorten Deutschlandsberg und Wagna; Bad Radkersburg ist in Vorbereitung), LKH Rottenmann â Bad Aussee (Standort Rottenmann, bis zur SchlieĂung der chirurgischen Abteilung auch in Bad Aussee), LKH Hochsteiermark (Standort Leoben), LKH-Standort Weiz (im Verbund LKH-Univ. Klinikum Graz)
Die positiven ökologischen Auswirkungen des Narkosegas-Recyclings ergeben sich nicht nur aus der Wiederverwertung von Sevofluran und damit Vermeidung von Treibhausgasemissionen, sondern auch aus dem reduzierten Stromverbrauch fĂŒr die Absauganlagen.
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